Island: Der große Reiseguide – Wasserfälle, Gletscher & Nordlichter

Seljalandsfoss, Suðurland, Islandia, 2014 08 16, DD 201 203 HDR

Wasserfälle, hinter die man gehen kann, schwarze Strände, Eisberge in einer Gletscherlagune und Nordlichter am Winterhimmel: Island ist ein Land, das sich anfühlt wie ein anderer Planet – und trotzdem nur rund dreieinhalb Flugstunden von Mitteleuropa entfernt liegt.

Die Insel im Nordatlantik ist jung, wild und in ständiger Bewegung: Vulkane, heiße Quellen und Gletscher liegen hier oft nur wenige Kilometer auseinander. Das macht Island zu einem der spannendsten Reiseziele Europas – aber auch zu einem, das gut geplant sein will. Wetter, Straßen und Preise folgen hier eigenen Regeln.

In diesem Guide zeigen wir dir die Highlights von Golden Circle bis Gletscherlagune, erklären, wann du Nordlichter siehst, und geben ehrliche Tipps zu Reisezeit, Mietwagen und Kosten.

Der Wasserfall Gullfoss
Der Wasserfall Gullfoss · Foto: Laurent Deschodt / BY 2.5

1. Der Golden Circle: Island in einem Tag

Die klassische Tagestour ab Reykjavík verbindet drei Highlights. Im Nationalpark Þingvellir (UNESCO-Welterbe) läufst du durch eine Schlucht zwischen der nordamerikanischen und der eurasischen Kontinentalplatte – hier tagte außerdem schon um das Jahr 930 das isländische Parlament Althing.

Im Geothermalgebiet Haukadalur schießt der Geysir Strokkur alle paar Minuten eine Wasserfontäne in die Luft – die Kamera sollte bereitliegen. Den Abschluss bildet Gullfoss, der „Goldene Wasserfall“, der in zwei Stufen in eine tiefe Schlucht stürzt.

Tipp: Wer früh startet oder die Tour gegen Abend macht, hat die Aussichtspunkte fast für sich.

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Hinter dem Wasserfall Seljalandsfoss
Hinter dem Wasserfall Seljalandsfoss · Foto: Diego Delso / BY-SA 4.0

2. Die Südküste: Wasserfälle am laufenden Band

Entlang der Ringstraße reihen sich an der Südküste die Postkartenmotive. Am Seljalandsfoss führt ein Pfad hinter den Wasservorhang – Regenjacke nicht vergessen. Nur wenige Minuten entfernt liegt versteckt in einer Felsspalte der Gljúfrabúi.

Etwa eine halbe Stunde weiter donnert der Skógafoss über eine rund 60 Meter hohe Kante. Eine Treppe führt nach oben, wo der Wanderweg über den Fimmvörðuháls-Pass beginnt – einer der schönsten Tagestrecks des Landes.

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Basaltsäulen am Strand Reynisfjara
Basaltsäulen am Strand Reynisfjara · Foto: Reynisfjara02js).jpg: Jerzystrzelecki|Jerzy Strzelecki deriv / BY 3.0

3. Reynisfjara und Vík: der schwarze Strand

Pechschwarzer Sand, riesige Basaltsäulen und die Felsnadeln Reynisdrangar im Meer: Reynisfjara bei Vík gehört zu den spektakulärsten Stränden der Welt.

Wichtig: Reynisfjara ist auch einer der gefährlichsten Strände Islands. Sogenannte Sneaker Waves laufen unerwartet weit den Strand hinauf und haben schon Menschen ins Meer gerissen. Halte immer großen Abstand zum Wasser, dreh dem Meer nie den Rücken zu und beachte das Ampelsystem am Eingang.

Eisberge in der Gletscherlagune Jökulsárlón
Eisberge in der Gletscherlagune Jökulsárlón · Foto: Mickaël Delcey (Silverkey) / BY-SA 3.0

4. Jökulsárlón und der Diamond Beach

Im Südosten bricht der Gletscher Breiðamerkurjökull – ein Ausläufer des gewaltigen Vatnajökull – in eine Lagune. Blau schimmernde Eisberge treiben langsam Richtung Meer, oft liegen Robben auf den Schollen. Mit dem Amphibienboot oder Zodiac kommst du ganz nah heran.

Auf der anderen Straßenseite spült das Meer die Eisbrocken an den schwarzen Diamond Beach, wo sie wie Juwelen im Sand glitzern. Vom Golden Circle aus ist Jökulsárlón allerdings weit – plane dafür mindestens eine Übernachtung an der Südküste ein.

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Blaue Eishöhle im Vatnajökull
Blaue Eishöhle im Vatnajökull · Foto: Giuseppe Milo / BY 3.0

5. Eishöhlen und Gletscherwanderungen

In den Wintermonaten, etwa von November bis März, bilden sich im Vatnajökull natürliche Eishöhlen in unwirklichem Blau. Sie verändern sich jedes Jahr und dürfen nur mit zertifizierten Gletscherführern betreten werden – die stellen auch Steigeisen und Helm.

Gletscherwanderungen sind dagegen fast ganzjährig möglich, etwa am Sólheimajökull an der Südküste oder im Skaftafell-Gebiet. Auf keinen Fall allein aufs Eis gehen: Gletscherspalten sind oft nicht sichtbar.

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Nordlichter über dem Kirkjufell
Nordlichter über dem Kirkjufell · Foto: vaidyanathan / BY-SA 4.0

6. Nordlichter: wann und wo

Polarlichter siehst du in Island ungefähr von September bis April, wenn es nachts richtig dunkel wird. Du brauchst drei Dinge: Dunkelheit, klaren Himmel und etwas Sonnenaktivität. Die isländische Wetterbehörde veröffentlicht dafür eine Bewölkungs- und Polarlichtvorhersage.

Abseits der Stadtlichter sind die Chancen am besten. Eines der berühmtesten Motive ist der Berg Kirkjufell auf der Halbinsel Snæfellsnes. Wer kein eigenes Auto hat, bucht eine Nordlicht-Tour ab Reykjavík – viele Anbieter fahren bei ausbleibendem Erfolg kostenlos ein zweites Mal.

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Die Blaue Lagune
Die Blaue Lagune · Foto: Ainars Brūvelis / BY-SA 3.0

7. Heiße Quellen: Blaue Lagune und Alternativen

Das milchig-blaue Wasser der Blauen Lagune ist eines der bekanntesten Bilder Islands. Sie liegt auf der Halbinsel Reykjanes nahe dem Flughafen – ideal am Anreise- oder Abreisetag. Eintritt unbedingt vorab reservieren.

Wichtig: Auf Reykjanes gibt es seit 2023 wiederholt vulkanische Aktivität, die zeitweise zu Schließungen geführt hat. Prüfe vor dem Besuch den aktuellen Stand. Schöne Alternativen sind die Sky Lagoon direkt in Reykjavík mit Blick aufs Meer oder kleinere natürliche heiße Quellen im Hochland.

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Beste Reisezeit für Island

Sommer (Juni bis August): Mitternachtssonne, milde Temperaturen um 10–15 Grad, alle Straßen einschließlich der Hochlandpisten sind offen. Die beste Zeit für Rundreisen – aber auch die teuerste.

Winter (November bis März): Nordlichter und Eishöhlen, aber kurze Tage, Sturm und Glätte. Für Selbstfahrer anspruchsvoll.

Übergangszeit (September/Oktober, April/Mai): Oft der beste Kompromiss – erste Nordlichter, weniger Touristen, niedrigere Preise.

Unterwegs: Mietwagen und Ringstraße

Die Ringstraße (Route 1) umrundet die Insel auf rund 1.300 Kilometern. Für eine komplette Runde solltest du mindestens sieben bis zehn Tage einplanen. Die Hochlandpisten (F-Straßen) sind nur im Sommer geöffnet und nur mit Allradfahrzeug erlaubt.

Vor jeder Fahrt lohnt ein Blick auf road.is (Straßenzustand) und safetravel.is (Warnungen). Wer nicht selbst fahren will, deckt die Highlights mit Tagestouren ab Reykjavík gut ab.

Was kostet Island?

Island gehört zu den teuersten Reiseländern Europas. Unterkünfte, Restaurants und Mietwagen kosten deutlich mehr als in Mitteleuropa. Spartipps: Unterkünfte früh buchen, im Supermarkt einkaufen, Leitungswasser trinken (es ist hervorragend) und die Nebensaison nutzen.

Häufige Fragen

Wie viele Tage brauche ich für Island?
Für Reykjavík, Golden Circle und Südküste reichen 4–5 Tage. Für die komplette Ringstraße mindestens 7–10 Tage.

Brauche ich einen Allradwagen?
Auf der Ringstraße im Sommer nicht zwingend. Für F-Straßen im Hochland ist Allrad Pflicht, im Winter wird er dringend empfohlen.

Kann ich mit Karte bezahlen?
Ja, in Island wird fast überall mit Karte bezahlt – Bargeld brauchst du kaum.

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